The Last Case of John Morley

The Last Case of John Morley

Der letzte Fall für John Morley suggeriert uns schon das Spielende. Wir werden es wohl nicht überleben. Nachdem so quasi auch schon das Ende vorweggenommen wurde, waren wir umso gespannter, was das Spiel daraus erzählerisch so macht. Schließlich ist das hier ein Adventure, da ist die Handlung mindestens so wichtig, wie die Rätsel.

Das Spiel ist in den 1940er Jahren angesiedelt. Folglich stehen uns bei der Ermittlung auch nicht Computer und Smartphone zur Seite, sondern Grips und eine Lupe. So wie schon Sherlock Holmes seine Fälle ein paar Jahrzehnte vor uns gelöst hat. Okay, etwas technisierter geht es schon zu, als damals im viktorianischen London. So gibt es schon Tonbandgeräte, mit denen sich Gespräche aufzeichnen lassen und wir bewegen uns auch mit dem Automobil fort und nicht mehr in einer Droschke. Trotzdem wirkt die Welt natürlich für den Spieler ziemlich altmodisch und antiquiert.

Genau das sind auch die Charaktere mit denen es John Morley so zu tun bekommt. Sie sind allesamt sehr detailreich gestaltet und besitzen eine durchaus einzigartige Persönlichkeit. Meistens interagieren wir aber mit der Umgebung, sichern Spuren, durchstöbern Schränke, sammeln Hinweise und kombinieren das alles dann um die Handlung voranzutreiben. Das passiert aus der Egoperspektive, weshalb sich The Last Case of John Morley auch sehr gut mit einem Controller spielen lässt. Das Spiel ist mysteriös und unterschwellig auch gruselig. Nichts für schwache Nerven, besonders da die Atmosphäre sehr dicht ist und das Spiel seinen Spannungsbogen durchgehend auf einem hohen Niveau hält.

Technisch ist das Spiel eine runde Sache. Die Grafik mag zwar nicht State-of-the-Art sein, aber sie ist gefällig und spiegelt die Epoche gut wieder. Dazu gesellen sich eher sanfte Klänge aus dem Lautsprecher und minimalistische Geräusche, die die tolle Atmosphäre unterstreichen. Es läuft zwar problemlos auf PC-Handhelds, wir empfehlen euch aber dringend es auf dem Desktop mit einem großen Monitor zu spielen, damit es seine ganze Wirkung entfalten kann. Unterwegs mag man sowas ohnehin nicht spielen, denn da kann man sich ja selten ganz auf das Spiel konzentrieren und da fehlt auch die passende Stimmung für so ein Erlebnis.

Meine Meinung

The Last Case of John Morley ist ein atmosphärisch dichtes Adventure. Dummerweise nutzt man die Egoperspektive, mit der ich leider nicht mehr gut umgehen kann (mir wird schlecht) und daher die Geschichte in kleinen Häppchen konsumieren musste. Trotzdem wollte ich immer wieder weiterspielen, denn mich hat schon sehr interessiert, wie John Morley’s Ableben denn aussehen wird – und die Geschichte ihr Ende findet. Wer Adventures mag, sollte sich The Last Case of John Morley unbedingt einmal ansehen. Wer am Stück spielt, schafft es auch an einem Wochenende.

The Last Case of John MorleyAdventure
Entwickler:Indigo Studios – Interactive Stories
Vertrieb:JanduSoft
Systeme:PC
Preis12,49 €
Link:Steam
Fediverse-Reaktionen
Avatar von John

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Der Newsletter wurde eingestellt.

Unterstützer erhalten monatlich unseren Pixelbrief mit vielen exklusiven Inhalten.

Die Pixelspieler
Die Pixelspieler
@seite@blog.pixelspieler.net

Unser Blog im Fediverse. Die Pixelspieler sind Simone, Frank und John. Sie schreiben über Spiele und verwandte Themen und machen das E-Mail-Magazin spielenswert.

460 Beiträge
23 Folgende