Auf den ersten Blick habe ich mich stark an Diablo erinnert gefühlt, aber The Book of Aaru ist eher mit Hades verwandt. Die Horden an unfreundlichen Wesen sind nur ein Hindernis in diesem Action-Spiel aus der Iso-Perspektive. So erwarten uns zahlreiche Fallen und andere tödliche Konstruktionen, denen wir entkommen müssen.
Von Diablo hat man sich aber die Idee der generierten Dungeon entliehen und einen Schritt weiter gedacht. So sind Teile wichtige Teile der Verliese von Hand entworfen und fest, aber der Weg dorthin jeweils ein anderer. Mit jedem Spielstart hat man eine neue Herausforderung, aber die einzelnen Level bleiben glaubhaft miteinander verbunden und strukturiert. Das war bei Diablo ja anfangs noch ein Problem.








Unsere Reaktionen und der geschickte Einsatz der Fertigkeiten sind in The Book of Aaru überlebenswichtig. Das alleine würde es schon ein anspruchsvolles Spiel machen, doch auch der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich ungnädig zu Alten Säcken und Neulingen, die nicht (mehr) die Reaktionsfähigkeiten besitzen. Das Spielerlebnis kann also durchaus frustrierend sein. Manche Fallen entgeht man auch erstmal gar nicht, bis man sich deren Ablauf eingeprägt hat. Bei anderen wir dagegen auf blitzschnelle Reaktionen gesetzt, die das Durchkommen zum Glückspiel machen. Es ist zwar schon irgendwie schön, dass man uns auf Dutzende alternativen Wegen ins Jenseits befördern will, solange das Ableben den eigenen Versagen geschuldet ist. An ein paar Stellen ist das Spiel aber echt unfair, weil es seine eigenen zuvor aufgebauten Regeln über den Haufen wirft, nur um uns sterben zu lassen. Da darf man dann auch mal die Entwickler verfluchen, denn das macht keinen Spaß.
Technisch ist The Book of Aaru ganz okay. Die Grafik ist gruselig, dunkel und arbeitet viel mit Lichteffekten. Das ist echt ganz nett. Der Detailgrad hält sich aber in Grenzen. Akustisch bekommt man Standardkost geboten, die man aber gut hören kann. Sprachausgabe gibt es nur in Englisch, ansonsten sind aber alle Texte auch in anderen Sprachen (u. a. Deutsch) verfügbar. Die Übersetzung ist okay, stellenweise macht sie aber den Eindruck vom Automaten zu kommen. Kann aber auch sein, dass da nur jemand daran gearbeitet hat der kein Muttersprachler ist. Für die Bedienung sollte man zu Tastatur und Maus greifen. Darauf ist das Spiel offenbar hin ausgelegt. Controller-Emulation wird zwar geboten, die funktioniert aber eher nicht so gut. Deshalb hatte ich auch keine Freude das Spiel auf dem ROG Ally zu spielen. Dort erschwert aber auch der kleine Bildschirm das Spiel zusätzlich, weil man stellenweise in dem Effektengewitter gar nichts mehr erkennen kann.






















Meine Meinung
Seien wir mal ehrlich: The Book of Aaru ist kein schlechtes Spiel, aber auch kein wirklich gutes. Man kann schon seinen Spaß haben, aber muss sich klar sein, dass der mit viel Frust erkauft wird. Besonders wenn man nicht mehr die Reflexe eines 20jährigen besitzt, überwiegt dieser deutlich. Zielgruppe sind also beinharte Hades-Recken. Warum die aber zu diesem Spiel wechseln sollten, wo doch Hades um längen besser ist, die Frage…
The Book of Aaru | Action-Roguelite |
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Entwickler: | Amenti Studio |
Vertrieb: | Amenti Studio |
Systeme: | PC |
Preis: | 14,79 € |
Link: | Steam |
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